Egal ob über Facebook, YouTube oder Instagram, in den letzten Tagen haben wir wohl viiieele Videos gesehen, in denen hauptsächlich Promis zu sehen waren, die sich nen Kübel mit Eiswasser über den Kopf kippten oder kippen ließen: Die #ALSIceBucketChallenge. Verrückt? PR? Aufmerksamkeit? Von allen dreien etwas würde ich sagen.

Worum geht es überhaupt?

Das Ganze ist eine Aktion um auf die unheilbare Nervenkrankheit ALS aufmerksam zu machen. Corey Griffin (RIP) initiierte die Aktion um seinen, an ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) erkrankten, Freund Pete Frates zu helfen. Sein Plan: Kippe dir ein Kübel Eiswasser über den Kopf und fordere drei weitere Personen auf, das gleiche zu tun. Wird die Herausforderung nicht angenommen, ist eine Spende von $100 an eine Stiftung fällig, die sich mit der Krankheit beschäftigt. Warum denn sowas überhaupt machen? Die Kälte soll einem das Gefühl der Krankheit vermitteln.

Solche Aktionen kennen wir bereits  aus den sozialen Netzwerken – ich erinnere mich da z.B. an das „Bier Exen„. Zwar ohne Sinn und Verstand, aber naja.. Die #ALSIceBucketChallenge nimmt jedoch ganz andere Ausmaße an. Da es sich um einen guten Zweck handelt, mischen zahlreiche Promis mit und lassen sich nass machen. Und ich rede da nicht nur von irgendwelchen B oder C Promis, da stehen tatsächlich Milliardäre wie Bill Gates oder Mark Zuckerberg vor der Kamera, Fußballer wie Ronaldo, Messi oder Neymar und Politiker sowie auch diverse Schauspieler lassen sich nass machen.

Die Sache ist dermaßen viral geworden, dass viele Promis und Unternehmen diese Kettenreaktion als Anlass nehmen, dadurch für den eigenen Zweck PR zu machen. Was gibt es denn besseres in so einer Form der Wohltätigkeit auf sich aufmerksam zu machen?! Viele Menschen merken das aber nicht und freuen sich mit dem schreienden Promifolk und animieren die Nominierten dazu, selbiges zu machen, damit sie sie genau so auslachen können. Aber der eigentliche Zweck, die Aufmerksamkeit auf die Krankheit ALS inklusive das Spenden, wird in den Hintergrund gerückt – leider.

Das ist ein gutes Beispiel, wie man es machen sollte:

Was nicht in mein Kopf will: warum können diese Menschen, die über eine so große Reichweite verfügen, nicht jedes Mal einfach diesen „Spaß“ den sie haben mit dem Ernst dieser Aktion verknüpfen? Und bitte, diese Ernsthaftigkeit auch so rüberbringen, glaubwürdig machen – andere dazu animieren, zuerst zu spenden, und sich danach erst zu freuen. Manche machen das sehr gut! Manche machen sich erst gar nicht nass, sprechen dieses Thema an und spenden noch dazu! Die verdienen Respekt und meiner Meinung nach auch den PR-Erfolg!

Nichtsdestotrotz müssen wir über eine Sache sehr froh sein. Stand vorgestern (22.08.2014) wurden insgesamt über 53 Millionen Dollar an Spenden gezahlt. In nem Zeitraum von 23 Tagen(!!!). Im Vergleich dazu, wurden letztes Jahr im selben Zeitraum (29. Juli – 22. August 2013) lediglich 2,2 Millionen Dollar eingenommen.

PR hin oder her, solche Aktionen helfen! Wir sollten auf das Ergebnis schauen und happy darüber sein, dass eine solche Aktion, die in den letzten Tagen von vielen als ziemlich nervig befunden wird, ein großer Erfolg im Kampf gegen ALS war und noch ist. Lass uns einfach daran denken, dass ein Eimer Wasser mit Eis vielleicht bald für große Fortschritte sorgen wird, neue Mittel oder Praktiken zu gewinnen, um diese sehr schlimme Krankheit aus der Welt zu schaffen.

Ich wurde vor ca. 48 Stunden selbst von meiner Freundin nominiert –  nicht wie bei der #ALSIceBucketChallenge üblich, denn ich habe die Aufgabe bekommen nackt ein Bier der Marke Astra zu trinken. Leider haben wir in unserem Supermarkt hier kein Astra, weswegen das Video/Bild nachgeholt werden muss. Jedoch möchte ich sie nicht enttäuschen und gebe hiermit ein Versprechen ab:

Liebste Susi, ich nehme deine Herausforderung an. Ich verspreche dir hoch und heilig, wenn ich einen festen Job und ein regelmäßiges Einkommen habe, spende ich 100€ an Kindern Helfen e.V. Es handelt sich dabei um einen Verein, der vor ein paar Jahren von meiner Ma gegründet wurde. Er kümmert sich um das Wohl von vielen Waisenkindern in Fortaleza, meine Heimatstadt. Da ich diesen Verein seit Gründung bereits unterstütze, die Kinder persönlich kenne und halt genau weiß, was mit dem Geld unternommen wird, habe ich diese Wahl getroffen.

Mir geht es nicht, wohin man spendet – mir geht es darum, dass man spendet. In diesem Sinne:

Prost!

Spenden könnt ihr wo ihr wollt. Wenn zum Thema ALS, dann z.B. bei alsa.org oder in Deutschland bei der Krzysztof Nowak-Stiftung. Sonst kann ich Kindern Helfen e.V. empfehlen. 🙂
Preview-Bild (CC BY-SA 2.0) by Darrell Nash
Videos gesehen bei Kai & Verge

0
(Visited 7 times, 1 visits today)

2 Comments

  1. Claudia 24. August 2014 at 19:08

    Das ist ein SEHR gut geschriebener Artikel! Hut ab! Beim Spenden unterstütze ich die Einstellung einer direkten Spende an eine Organisation die man kennt und man weiß 100% kommen an. Kindern helfen e.V. garantiert das wie du selbst feststellen konntest! Weiter so! :)))

    Reply
    1. Victor Victor 24. August 2014 at 19:15

      Danke Mama 🙂 Deine Meinung bedeutet mir sehr viel! Küsse

      Reply

Leave A Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*